Stammtischnazi

Am Stammtisch trifft sich heut der Club der weisen Kneipengreise.
Da wird scharf diskutiert mit eloquenter Ausdrucksweise.
Man redet auch über Migranten und über die Asylanten.
Es wird lauter, man ist unter sich und muß nicht leise…

Da ist der Rädelsführer, und er kennt sich super aus.
Ist Demokrat und Freigeist und ein Christ und gibt ein’ aus.
Er liest gern Schiller, liest auch Goethe, nur eins, was er sich verböte:
Ja, islamische Kultur, die kommt ihm nicht ins Haus

Es fängt ganz langsam an, ganz leise und versteckt.
Bald ist es akzeptiert, politisch voll korrekt.
Ganz ohne Glatze mit gestriegelter Frisur.
Der Fremdenfeind als bürgerliche Leitfigur.

Große Gefahr von außen, die man sich hier selber baut.
„ Die abendländische Kultur vom falschen Gen versaut.“
Und man redet gut und viel und das alles sehr subtil.
Am Ende fühlt man sich bestätigt und sich aufgebaut.

„Unsere Kultur ist gut, die Meinungsfreiheit, Religion
Und auch das Bier ist lecker, es ist wohl das vierte schon.
Und schau, die Medien geben preis, was hier am Tisch schon jeder weiß:
Der Feind ist Muselmann und lauert um die Ecke schon“

Die Leute reden und gären im eignen Sud.
Ist man nicht selber schuld, dann fühlt man sich recht gut.
„ Die anderen, die müssen sich mal integrieren!
Sonst kann das Abendland für nichts mehr garantieren!“

So ‘n intellektueller Stammtisch ist kein Einzelfall.
Und wer weiß, wer wie viel Prozent kriegt bei der nächsten Wahl?
Das Rechte liegt oft in der Mitte, drum hab ich ’ne kleine Bitte:
Glaub nicht jeden Mist, auch wenn es grade Mainstream ist.

Es fängt ganz langsam an, ganz leise und versteckt.
Bald ist es akzeptiert, politisch voll korrekt.
Ganz ohne Glatze mit gestriegelter Frisur.
Der Fremdenfeind als bürgerliche Leitfigur.

Die Leute reden und gären im eignen Sud.
Ist man nicht selber schuld, dann fühlt man sich recht gut.
„ Die anderen, die müssen sich mal integrieren!
Sonst kann das Abendland für nichts mehr garantieren!“



Text © 2010 Rupert's Kitchen Orchestra

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